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Nachhaltigkeit: Wie nachhaltig ist vegane und vegetarische Ernährung wirklich?

Häufig wird im Rahmen der Klimadebatte auch über die Nachhaltigkeit von Ernährungsformen gesprochen. Dabei stehen viele unterschiedliche Möglichkeiten zur Auswahl: Viel Fleisch, wenig Fleisch, vegetarisch, vegan - und eine ganze Reihe differenzierterer Formen. Doch welche ist wie nachhaltig und warum? Vegan und nachhaltig, gehört das zwingend zusammen?

Dazu ist es vor allem notwendig, festzustellen, was Nachhaltigkeit überhaupt ist: Es handelt sich um Verhalten, das soziale, ökonomische und ökologische Ressourcen so nutzt, dass sie nicht verringert werden, sondern der nächsten Generation im gleichen Maße zur Verfügung stehen. Bezogen auf die Ernährung bedeutet das zum Beispiel, dass Anbauflächen, Tiere, Pflanzen und Mineralien nicht übernutzt werden.

Es heißt aber auch, dass Fähigkeiten und menschliche Gemeinschaften so erhalten werden, dass sie imstande sind, diese Ressourcen weiter zu nutzen. Wie sieht die Bilanz für verschiedene Ernährungsformen aus?

 

Vegane Ernährung

  • Vorteile

Der Vorteil veganer Ernährung liegt hauptsächlich darin begründet, dass ein Hektar, der für den Anbau von Pflanzen genutzt wird, mehr Menschen ernähren kann als ein Hektar, der für Futtermittelanbau genutzt wird. Damit benötigt eine vegane Ernährung wesentlich weniger Fläche und kann daher für eine größere Weltbevölkerung ausreichen.

Auch der Verbrauch von Wasser ist teilweise geringer, der Ausstoß von CO2 und Methan sogar nahezu immer.

 

  • Nachteile

Leider bringt vegane Ernährung auch Probleme mit sich. Abgesehen von gesundheitlichen Bedenken liegt eines der Probleme der notwendigen Substitution von B-Vitaminen, Eisen und Kalzium in der nicht unbedingt nachhaltigen Herstellung dieser Produkte.

Zudem werden viele empfohlene Nahrungsmittel unter wenig ökologischen Bedingungen hergestellt: Ein Kilogramm Mais aus einem trockenen Land wie Israel benötigt wesentlich mehr Bewässerung als ein Kilo Rindfleisch aus dem regnerischen Irland.

Auch wird Soja für Fleischersatz ebenso umweltschädlich produziert wie Soja für Tierfutter. Das gilt ganz besonders, wenn nachhaltige Weidehaltung betrieben wird - denn Weiden und Wiesen sind stärkere CO2-Senken, speichern also mehr Kohlenstoff, als Ackerfläche.

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Fleischhaltige Ernährung

  • Vorteile

Der größte Vorteil fleischhaltiger Nahrung liegt, neben der hohen Energiedichte von Fleisch, in der Nutzung von für den Anbau ungeeigneten Flächen. Karge, sandige, feuchte, steile und steinige Flächen können zumeist nicht sinnvoll mit Pflanzen besetzt werden. Für Tiere sind diese Flächen jedoch oft nutzbar, vor allem für speziell angepasste Nutztierrassen.

In noch höherem Maß entsteht dieser Aspekt bei Wild, das nicht in Gehegen, sondern im natürlichen Lebensraum lebt und so keine zusätzlichen Ressourcen verbraucht.

 

  • Nachteile

Die Nachteile einer Ernährung mit viel Fleisch liegen klar auf der Hand: Der CO2- und Methanausstoß ebenso wie der Wasserverbrauch sind in vielen Fällen hoch.

Das gilt insbesondere für Massentierhaltung, die durch enormen Ressourcenverbrauch und Schadstoffemissionen hervorsticht. Werden für Haltung oder Fütterung natürliche Landschaften, speziell tropische Wälder vernichtet, geht das mit einem hohen Maß an Vernichtung von Lebensraum und Freisetzung von Kohlenstoffdioxid einher.

 

Die ideale Mischung

Aufgrund der obengenannten Gründe sind die Ernährungsformen mit der besten Nachhaltigkeit Mischformen. Als günstig erweisen sich sowohl vegetarische Kost, bei der Milch und Eier verzehrt werden, als auch Kost mit Fleischanteil - solange dieser nicht zu hoch ist. Sowohl die Deutsche Gesellschaft für Ernährung als auch die WHO empfehlen nicht mehr als 300-600 g Fleischprodukte pro Woche zu konsumieren, um ein gesundes Maß zu wahren.

Es ist also nicht nur im Sinne der Umwelt, sondern auch des eigenen Wohlbefindens, den Fleischkonsum in Grenzen zu halten. Zum Vergleich: Zurzeit nehmen Menschen in Deutschland knapp die doppelte Menge zu sich. Doch auch die Qualität ist wichtig - schonend gejagtes Wild, Biofleisch aus Europa, aber auch Eier aus Freiland- und Milch aus Weidehaltung sind gut für Natur und Tierwohl.

Doch auch beim Kauf pflanzlicher Produkte sollten Konsumenten die Augen aufhalten: Bio-Produkte schonen zumeist eher die natürlichen Ressourcen. Und exotische Früchte müssen zwar nicht vom Speiseplan gestrichen werden, aber vielleicht auch nicht täglich darauf zu finden sein. Wie in vielen Fällen hat Nachhaltigkeit bei der Ernährung vor allem mit Ausgewogenheit zu tun.

 

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